Donnerstag, 12. März 2009

Spanien - Resumee

Nachdem wir nun auch Spanien verlassen haben, hier eine Liste unserer subjektiven Eindruecke ueber Land, Leute und Gewohnheiten:

Was wir moegen
+ freundliche Einheimische
+ entspannte Autofahrer
+ Amparo & valencianische Katze Gero
+ guenstige Treibstoffpreise
+ vielfaeltige Landschaft
+ guten Wein
+ FNAC
+ Deluxe (Band)
+ Serranoschinken
+ Manchego viejo
+ spanischer Heikerdinger (Juan), der uns 1 Tag gratis wohnen liess
+ Locutorios (Geschaeft fuer Internet + Auslandstelefonie)

Was wir nicht moegen
- unfreundlicher Spanier am Campingplatz von Lloret de Mar
- Oeffnungszeiten (-> Siesta)
- sogar Gott haelt hier Siesta (Kirchen sind auch zu)!
- Massen von Deutschen, Hollaendern und Englaendern, die in Suedspanien ueberwintern
- haessliche Hotelstaedte an Spaniens Ostkueste

Spanien hat uns mit seinen vielfaeltigen und weiten Landschaften und Gegenden ueberrascht. Auch wenn wir nur kleine Ausschnitte sehen konnten, haben wir trotzdem das Gefuehl, einen Eindruck von so unterschiedlichen Teilen wie Murcia, Andalucia oder Galicia bekommen zu haben.

Au Nord - Les Landes

Gestern sind wir wieder einmal zwangsweise sehr frueh aufgestanden und haben uns, nachdem wir uns von Amparo verabschiedet hatten, auf den Weg nach Frankreich gemacht. Fuer die 650 km brauchten wir mehr als 9 Stunden.

Zuerst fuhren wir ueber das Gebirge Richtung Segovia und auf der A1 nach Norden bis Burgos. Von dort ging es ueber kleinere (weil gratis) Strassen durch das Baskenland nach San Sebastian. Weil das am Weg lag und es uns von einer baskischen Freundin von Amparo empfohlen wurde legten wir hier eine Pause ein und schauten uns die Stadt ein bisschen an. Die Stadt gefiel uns sehr gut und wir bestiegen den Hausberg von wo aus wir einen wunderbaren Blick auf die Stadt und die ganze Bucht hatten. Leider waren die Einheimischen selbst sehr redefaul und sogar muerrisch (kein Hallo oder Danke vom Kellner). Zuerst dachten wir das liegt an unserem Spanisch obwohl die Basken ja auch mehrheitlich spanisch sprechen, aber auch in englisch und franzoesisch wurde es nicht wirklich besser. Wir waren zwar nur 2,5 Stunden dort aber das ist unser subjektiver Eindruck.

Weiter gings ueber die franzoesische Grenze nach Biarritz durch den Stossverkehr und dann ueber die N124 nach Osten bis nach Mont de Marsan. Ca. 15 km suedlich liegt der Ort Grenade sur l'Adour. Ein bisschen weiter ausserhalb haben wir hier unser Gite bezogen. Es liegt sehr ruhig am Land und unsere nette Vermieterin hat uns sogar 6 Eier von ihren eigenen Huehnern geschenkt. Heute haben wir schon ein wenig den Ort erkundet und das Heimatmuseum und ein Wiederstandsmuseum angeschaut (eine nette Dame hat extra fuer uns aufgesperrt und uns alles erklaert).

Morgen wollen wir uns das Museum fuer den "Course Landaise" anschauen. Das ist die hier uebliche Form des Stierkampfes bei der der Stier nicht getoetet wird und die Teilnehmer ueber den Stier springen oder ausweichen. Am Sonntag wollen wir dann so ein Ereignis besuchen. Wir sind sehr gespannt.

Zu den Kommentaren:

Es freut uns, dass auch Bettina zu unserem Blog gefunden hat und wir hoffen, es macht dir Spass, unsere Reise ein bisschen zu verfolgen. Wie lange es noch dauert wissen wir noch nicht, aber maximal bis Oktober.

Ja Zufaelle gibt es scheinbar. Geruechtekueche ist doch immer gut, oder?

Dienstag, 10. März 2009

Ganz Madrid und ein bisschen Umgebung

Inzwischen waren wir 2 Mal in Madrid. Am Sonntag hat uns Amparo durch das Zentrum gefuehrt und uns die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten und lokalen Spezialitaeten gezeigt. Spannend waren vor allem der Rastro (riesiger Markt mit allem moeglichen Zeug und unglaublichen Menschenmengen), der Koenigspalast und der Plaza Mayor samt verrueckten Kuenstlern. Am Abend waren wir dann noch im La Latina-Viertel mit Amparo und Roberto (Bekannter von Amparo) Tapas essen. Gluecklich aber satt und muede kamen wir um 23.30 wieder in Los Molinos an.

Am naechsten Morgen standen wir um 6.30 wieder auf und fuhren mit Amparo (die leider arbeiten musste) mit dem Zug nach Madrid. An diesem Tag besichtigten wir den riesigen Park Retiro und lachten ueber die Ruderbootfahrer, die auf dem ca. 100 m langen See ihre Runden drehten. Dann besuchten wir noch einige grosse Buchgeschaefte, wo Gregor ein neues Buch von Terry Pratchett fand (juhuuu!).

Heute besuchten wir den Kloster-Palast El Escorial. Dieser riesige Gebaeudekomplex (ueber 1.600 Tueren) beherbergt unter anderem eine grosse Gemaeldesammlung und die Marmorgruft der spanischen Koenige und beanspruchte unsere Aufmerksamkeit 5 h lang. Anschliessend fuhren wir in das Valle de los Caídos. Hierbei handelt es sich um ein riesiges Denkmal fuer die Gefallenen des spanischen Buergerkrieges, das Franco (teilweise von Gefangenen) bauen liess. Er selbst ist ebenfalls dort begraben, und zwar in einer extrem riesigen Kathedrale, die in den Berg hineingebaut wurde. Direkt ueber dem Hauptaltar der Kathedrale befindet sich ein 150 m hohes Granitkreuz.

Morgen verlassen wir Spanien und fahren weiter nach Suedfrankreich.

Zu den Kommentaren:

Amparo haben wir ueber eine gemeinsame Freundin kennengelernt. Sie hat uns die letzten Tage beherbergt und verkoestigt und uns netterweise auch Madrid gezeigt :-) Wir hoffen, sie bald in Oesterreich auf einem Gegenbesuch begruessen zu koennen.

Bei den neuen Bildern im Blog gibt es uebrigens auch welche von Amparo und sogar eines von Gregor *g*.

Schoene Gruesse an unsere fleissigen Leser im Nachtdienst und im Schwabenland!

Samstag, 7. März 2009

Fast Madrid

Wieder ein Lebenszeichen von uns durch einen neuen Blogeintrag. Wir sind inzwischen in Los Molinos. Das ist ca. 40 km nordwestlich von Madrid am Rande der Berge in ueber 1000 Meter Seehoehe. Wir sind hier zu Gast bei Amparo die sich sehr liebevoll um uns kuemmert. Die Reise hierher war ganz schoen anstregend und auch ziemlich weit (650 km).

Heute haben wir uns ausgerastet und geholfen ein spanisches Lunch fuer 9 Leute vorzubereiten. Es war alles sehr gut und eine neue Erfahrung fuer uns. Als Hauptspeise gab es Reis im Ofen (valencianische Speise) und vorher Tonnen von Fingerfood (Schinken, Wurst, Kaese,..). Heute war das Wetter auch wieder besser und angenehm warm nachdem es gestern fast die ganze Fahrt ueber und auch hier geregnet bzw. geschneit hat.

In den naechsten Tagen wollen wir uns die Gegend anschauen und ein paar Abstecher nach Madrid rein machen.

Donnerstag, 5. März 2009

Santiago ist eine Reise wert

Gestern waren wir in Santiago de Compostela und haben sehr viel gemacht.

Zuerst waren wir natuerlich in der Kathedrale wie alle guten Pilger und haben dem Grab des Heiligen Jakob unsere Aufwartung gemacht. Leider konnten wir nicht die Pilgerstatue im Eingangsportal (durch das viele Beruehren sind Fingerabdruecke im Stein) beruehren, weil das Portal gerade renoviert wird. Deswegen konnten wir auch Mateo (Statue des Architekten) keinen Headbutt geben. Wer das 3x macht kriegt angeblich ein wenig von dessen Genie.

Danach machten wir uns auf den Weg durch die Altstadt. Leider war das Wetter gestern und auch heute sehr galicisch. Das heisst Regen fuer 30 Minuten, Sonne fuer 10 Minuten, Regen, Sonne und so weiter. Das kann durchaus 10 mal in ein paar Stunden wechseln. Dadurch war unser Altstadtbesuch eher kurz, obwohl die alten Gassen und Haeuser einen sehr netten Eindruck machen.

Dann besuchten wir das Museum digitalGalicia. Das muss man sich vorstellen wie das Ars Electronica in Linz. Dort kann man virtuell durch die Kathedrale fliegen, das riesige Weihrauchfass der Kathedrale virtuell schwingen, Satellitenbilder von Galicien anschauen, eine 3D Reise durch die Unterwasserwelt eines galicischen Fjord (Ria) machen, und und und.

Als naechstes besuchten wir das Pilgermuseum von Santiago. Dort gibts viel Infos zum Pilgerweg, dem Heiligen Jakob und zur Entwicklung der Stadt. Und als Abschluss gaben wir uns noch das Museum der galicischen Leute. Das ist eine Art Riesenheimatmuseum. Mit Informationen zu Haeusern, Braeuchen, Musikinstrumenten, Maerchen, Kleidung, Schiffahrt,... Leider nur auf Galego (Sprache der Galicier; etwas aehnlich dem Spanischen) Es war aber trotzdem interessant und auch sehr anstrengend.

Heute machen wir noch einen Ausrasttag weil morgen gehts weiter nach Los Molinos (Naehe von Madrid) zu einer Bekannten. Wir sind schon sehr gespannt.

Zu den Kommentaren:

Das mit dem westlichsten Punkt ist eigentlich ganz witzig. Finisterre ist nicht einmal der westlichstes Punkt Spaniens (ist ein paar km weiter noerdlich) und sicher auch nicht der westlicheste von Koninentaleuropa (ist ja Cabo Roca in Portugal). Aber bis in das Mittelalter glaubten alle, dass hier Europa aufhoert und das Nichts beginnt. Ein roemischer Tourist schreibt sogar, dass er das Zischen gehoert hat, als die Sonne im Meer versank. Wir haben zwar nichts gehoert als den Wind, aber es ist wegen seiner ausgesetzten Lage ein sehr spezieller Ort und sieht beeindruckend aus.

Dienstag, 3. März 2009

Nachtrag zu Porto und Schnaps am Ende der Welt

Wir haben euch noch eine wichtige Sache zu Porto unterschlagen. Darum jetzt ein Nachtrag!

In Porto gibt es eine Spezialitaet namens Francesinha. Das ist eine Art Schinken-Kaesetoast. Weil wir gerne neue Sachen probieren haben wir uns am letzten Tag in Porto so etwas bestellt. Wir wunderten uns zwar ein bisschen ueber den relativ hohen Preis, aber der erklaerte sich, als wir die Dinger sahen. So eine Francesinha besteht aus Schinken, Wurst, Speck, gebratenem Fleisch, umhuellt von 2 Scheiben Toastbrot und mit Kaese ueberbacken. Darauf ein Spiegelei, rundherum viele Pommes und eine spezielle Sauce aus Bier, Tomaten und Chili (die geheime Geheimzutat wurde uns leider nicht verraten...). Jedenfalls haben wir trotz grosser Anstrengungen nur etwa die Haelfte geschafft. Wie uns der Kellner erklaerte, brauchen die Bewohner von Porto diese deftige Mahlzeit, um das Auf und Ab in der Stadt (viele Huegel) zu bewaeltigen.

Gestern Abend waren wir am Kap Finisterre. Das wurde lange Zeit als westlichster Punkt von Kontinentaleuropa angesehen und somit als Ende der Welt bezeichnet (fleissige Blogleser wissen, dass dieser Punkt eigentlich in Portugal liegt). Dort genossen wir einen Beinahe-Sonnenuntergang und waermten uns zwischendurch bei einer kleinen Flasche oesterreichischer Spirituosen-Spezialitaet auf.

Montag, 2. März 2009

An der Todeskueste

Inzwischen gab es wieder einen Ortswechsel und zwar an die Todeskueste (der Name ist sicherlich schwer zu vermarkten). Genauer gesagt sind wir in Muros, das ist an der Westkueste von Galicien, ca. 70 km Fahrtstrecke westlich von Santiago de Compostela.

Die Gegend hier ist sehr huegelig und bewaldet mit vielen Meeresbuchten. Es sieht ein bisschen so aus wie norwegische Fjorde. Laut Wikipedia basiert die Wirtschaft von Muros grossteils auf Fischfang und Schmuggel.

Zu den Kommentaren:

Unsere Unterkunft in Oesterreich werden wir eher kurzfristig bekanntgeben, da wir momentan immer mit der Unterkunftssuche fuer den naechsten Standort zur Genuege beschaeftigt sind. Wir werden aber darauf achten, dass wir nicht allzu weit von unseren Freunden/Familien entfernt sind.

Wahrscheinlich werden wir uns Madrid auch anschauen, wenn wir schon mal in der Gegend sind.