Sonntag, 31. Mai 2009

Am Kanal

Da der Nordostsee Kanal durch Rendsburg durch geht haben wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen und waren am Samstag bei der Begrüssungsstelle am Kanal. Dort wird jedes größere Schiff mit seiner Nationalhymne begrüsst. Ausserdem werden ein paar Details zum Schiff erzählt. Es gibt sogar ein eigenes Prospekt wann die großen Kreuzfahrtschiffe dort vorbeikommen.

Die Gegend hier ist sehr flach und eher dünn besiedelt. Ein Sprichwort sagt man kann am Montag schon sehen wer am Sonntag zum Kaffee kommt. Wir würden wegen der steifen Brise sagen, dass er auch am Samstag oder Montag kommen kann je nachdem in welche Richtung der Wind weht.

Da das Wetter heute warm und sonnig war machten wir uns auf den Weg zu einem Flugfeldfest in der Gegend. Dort gab es neben ein paar Buden viele Fluggeräte (eh klar). Sogar eine Bundeswehrmaschine war dabei. Danach besuchten wir noch das Mittelalterspektakel in Hohenwestedt. Die Atmosphäre dort war wirklich was besonderes, weil es erstens riesig war und zweitens die verschiedenen Stände und Schlaf- und Gemeinschaftszelte in einem kleinen Wäldchen aufgebaut waren. Viele Leute waren auch passend gekleidet und übten teilweise ein Handwerk aus (zB. schmieden, spinnen,...).

Dazu gabs viele unbekannte Leckereien die auf eine Entdeckung warteten. So probierten wir beispielsweise ein Kirschbier, Falafel in der Teigtasche, süsse Chillimandeln, Lammbratwurst und Raffaellomandeln. Auch gab es viele verschiedene Unterhaltunsprogramme wie Schaukämpfe, Ritterturniere, Bands, Hexentauchen,...

Wir wünschen allen Lesern frohe Pfingsten!

P.S.: Nachdem wir viele Anfragen bekommen haben ob man denn auch ein zweites Mal einen Kommentar schreiben darf nun also offiziell: Ja! Also los keine falsche Bescheidenheit!

Samstag, 30. Mai 2009

Schleswig Holstein und ein paar Zahlen

Unser neues Zuhause ist in Hohn, das ist ein kleines Dorf ca. 10 km westlich von Rendsburg. Rendsburg liegt ca. 50 km südlich von Flensburg und der dänischen Grenze. Hier bleiben wir eine Woche und wollen uns die Nordsee, Schleswig und den Nordostseekanal anschauen.

Weil wir gestern mit unserem ersten Tagebuch fertig geworden sind (jaja wir schreiben noch fleissig jeden Tag), dachten wir, es ist wieder mal an der Zeit, ein kleine, nicht immer ernst gemeinte Statistik zu veröffentlichen. Übrigens nehmen wir gerne Anregungen für die nächste Statistik entgegen. Wer also besondere Fragen hat oder irgend ein Detail unbedingt wissen möchte kann uns per Mail oder Kommentar darauf aufmerksam machen.

Zeit unterwegs: fast 7 Monate (mit 1 Woche Heimaturlaub)
Gefahre km: über 23.000
Gefahrene Kreisverkehre: ca. 2973
Land mit den meisten Kreisverkehren: Frankreich
Stadt mit den meisten Kreisverkehren: Perpignan
Gehen uns Kreisverkehre ein bisschen auf den Wecker: Ja
Unfälle: 0 (Ich muss auf Holz klopfen)
Polizeikontrollen: 2
Geschriebene Tagebücher: 1 fertig
Häufigster Satz in unserem Blog: Wir sind gespannt!
Fleissigste Kommentatorin: Martha
Faulster Kommentator: Viele (einige haben wir hier noch gar nicht gesehen)
Typischer Blogbeginn: "Gestern waren wir..."
Ekeligstes ausländisches Essen (Gregor): französische Essiggurkerl
Ekeligstes ausländisches Essen (Eva): spanische Fertigfleischbällchen (hatten beide eine Magenverstimmung danach)
Leckerstes ausländisches Essen (Gregor): echter Parmesan (Parmigiano Reggiano)
Leckerstes ausländisches Essen (Eva): Filipinos mit weissem Schokoüberzug (Spanien)
Größter Vorteil der Auszeit: immer was Neues
Größter Nachteil der Auszeit: sehr eingeschränktes Sozialleben
Ausprobierte neue Rezepte: ca. 40
Verschlungene Zwiebeln: ca. 412
Zerstörte Gegenstände in Unterkünften: Teller (2x), Klobrille
Vergessene Sachen in Unterkünften: eine Butter in der Bretagne
Verlassensabsichten nach Beziehungskrisen: 0
Gegenseitiges Verlieren: 1
Auto nicht mehr gefunden: 1
Kirchenbesichtigungen: ca. 309
längster Aufenthalt in einem Museum: mehr als 5 h am Alexanderplatz in Berlin
Miesestes Wetter auf Ausflügen: Cadiz (sintflutartiger Regen) und Venedig (regnerisch, kalt)
Anzahl von Evas Sonnenbränden: 3
Kleinste Unterkunft: ca. 15 m² (Lloret de Mar)
Größte Unterkunft: ein eigenes kleines Haus mit Palmen davor (Conil)
Gekaufte Bücher: ca. 51
Mit Einheimischen was getrunken: 10
Zeitaufwand für Blog und Email: ca. 200 h
Erhaltene Geschenke: Milch, Eier, Pflaumentarte, Cidre, Wein,Feigenschnaps, französische Weihnachtssüssigkeiten, Rotkäppchensekt, Mirabellenschnaps, Schokolade
Verschenkte Geschenke: Blumen, Schokolade, Bier, Wein, Likör, Asti, österreichische Flagge
Verschiedene Orte für Internetzugang: ca. 49
Gastfreundliche Menschen: Ancu, Amparo, Markus, Eltern
Wofür wir wegen Sprache oder Aussehen gehalten wurden: Schweizer, Bayern, Schwaben, Basken, Galicier und einmal Zeugen Jehovas

Donnerstag, 28. Mai 2009

Stralstund

Als zweite größere Stadt haben wir uns gestern Stralsund angeschaut. Leider war das Wetter regnerisch und kalt. Sehenswert sind das alte Hanserathaus mit seiner Schaufassade sowie ein paar riesige Backsteinkirchen.

Am Nachmittag wurde das Wetter teilweise besser und wir fuhren an die Küste nach Wieck. Das liegt ein paar Kilometer von Greifswald entfernt und hat einen netten kleinen Yachthafen und eine Holzhebebrücke.

Heute nehmen wir Abschied von Pommern und Greifswald und fahren gleich dann los Richtung Westen. Übrigens. Es gibt wieder ein paar neue Bilder in einem neuen Album. Viel Spass beim Betrachten! Lob und Kritik sind immer erwünscht.

P.S.:Das Berlinquiz gewann Agnes! Ihre Karte ist schon unterwegs! Die Ampelmännchen unterscheiden sich im Osten und im Westen. Siehe: Ampelmännchen

Zu den Kommentaren:

Die Pässe haben wir natürlich mit, wäre ja auch ziemlich blöd ohne Pässe in Europa herumzufahren. Allerdings brauchten wir sie bisher nur in Gibraltar, Thüringen und für die Bundespolizei vor der Grenze. Die Idee mit Polen war auch eher spontan und laut TI sollte auch der Führerschein reichen.

Dienstag, 26. Mai 2009

Warum wir nicht in Polen waren!

Gestern stand die Besichtigung von Usedom auf unserem Plan (ja wir haben einen geheimen Plan). Usedom kann man eigentlich gar nicht als Insel bezeichnen weil man vom Festland fast rüberspucken kann. Jedenfalls nennt man sie auch die Badewanne Berlins weil da angeblich sehr viele Berliner hinfahren.

Zuerst ging es ganz in den Norden der Insel nach Peenemünde. Dort wurde in der NS Zeit die V2 entwickelt. Anschliessend fuhren wir nach Heringsdorf. Das ist einer der 3 Kaiserbäderorte. In jedem dieser Orte gibt es einen langen Steg (bis zu 508 Meter) auf das Meer hinaus. Auf den Stegen gibt es zum Teil Restaurants oder Imbissbuden. Heringsdorf hat uns aber nicht so gut gefallen weil ein paar hässliche Betonklötze das Stadtbild verschandeln. Wir wollten uns aber noch den nächsten Ort Ahlbeck anschauen um uns ein genaues Bild über die von vielen gelobten Kaiserbäder zu machen.

Und tatsächlich gefiel uns Ahlbeck sehr viel besser und inzwischen verschwand auch der Nebel ein wenig und die Sonne begann sich zu zeigen. Weil man von Ahlbeck nur noch ein paar Kilometer bis nach Swinemünde (Polen) hat entschlossen wir uns spontan kurz nach Polen rüberzufahren. Vor der Grenze fielen uns an 4 verschiedenen Stellen Busse der Bundespolizei auf. Beim letzen Bus wurden wir dann ein paar hundert Meter vor der Grenze rausgewunken.

Die netten Beamten erklärten uns, dass wir ohne Reisepass oder Personalausweis nicht nach Polen einreisen dürfen. Und wenn wir beim Zurückfahren wieder kontrolliert würden kostet das 25 €. Einer meinte noch, das ware ziemlich wahrscheinlich weil gerade viele Streifen im Einsatz seien (na geh!).

Jedenfalls verzichteten wir auf den Grenzübertritt. Hat sich was mit grenzenloses Europa. Nachdem er unsere Ausweise kontrolliert hatte was ziemlich lange dauerte und den Inhalt unseres Kofferraumes bestaunte fuhren wir noch zu einer etwas abseits gelegenen Halbinsel auf Usedom. Dort fanden wir zufällig (wir wollten eigentlich nur ein Haus fotographieren) einen kleinen Steg mit einem netten Cafe. Man konnte auf der Wiese umrahmt mit blühenden Heckenrosen zum Wasser hin in Strandkörben sitzen. Sehr nett!

Sonntag, 24. Mai 2009

Rügen

Gestern machten wir einen Ausflug auf die größte deutsche Insel Rügen. Wir hatten die Autofähre ganz für uns alleine da wir schon sehr zeitig aufgestanden waren. Nach einem kurzen Besuch in Putbus, wo es einen netten Schlosspark sowie einen Obelisken mit kreisrund darum angeordneten Häusern gibt, fuhren wir nach Binz.

Binz ist das größte Strandbad auf Rügen und entsprechend überlaufen. Das Städtchen bietet eine schöne Hauptstrasse zum Meer mit mondänen Villen und einen 400 meter langen Steg (Seebrücke) in die Ostsee weil das Wasser hier sehr flach ist und sonst keine größeren Schiffe anlegen könnten. Dort probierten wir auch eine russische Schokolade (Kakao mit Rum und Sahne) aus. Mit dem Rum haben sie es dabei echt gut gemeint.

Ein Stück weiter im Norden steht der fast fertiggebaut Nazi Monumentalbau der KdF. Auf 4,5 Km Länge bauten die Nazis hier miteinander verbundene Bettenburgen für 20.000 Leute. Dazu sollte es Speisesäle, ein Kino, Kurhalle, Schwimmhallen usw. geben. Wir besichtigten das Informationszentrum und überzeugten uns anschliessend selbst von der Gewaltigkeit der Anlage indem wir ein bisschen daran entlang spazierten.

Zum Schluß wollten wir noch die berühmten Kreidefelsen sehen. Allerdings kann man dort nicht mit dem Auto rauffahren. Deswegen sollten wir für das Parken, den Bustransport und dann auch noch für den Eintritt bezahlen. Das war uns dann doch zuviel und so entschlossen wir uns statt dessen ein paar Kilometer weiter in den kleinen Küstenort Lohme zu fahren. Dort liessen wir uns am Strand unsere mitgebrachte Jause schmecken und fuhren über die neue Brücke nach Stralsund und heim nach Jager.

Rügen ist ganz nett mit seinen vielen Alleen. Teilweise sieht es aus als ob man durch einen grünen Tunnel fährt. Leider gibt es auf den kleineren Strassen teilweise immer noch Kopfsteinpflaster. Durch den vielen Verkehr entstehen so wunderbare Bodenwellen aus Kopfstein die natürlich nicht angekündigt werden. Man dürfte da mit 100 Km/h fahren was wir aber keinem raten würden.

Freitag, 22. Mai 2009

Vorpommern

Jetzt sind wir in Jager angekommen, einem extrem kleinen Dorf in Nordvorpommern. Es liegt ca. 10 km entfernt von Greifswald, das sich an der Ostsee befindet. Hier haben wir eine Miniwohnung bezogen, in deren Küche es keinen Wasseranschluss gibt. Deshalb müssen wir unser Geschirr in der Dusche abwaschen, was wirklich gewöhnungsbedürftig ist. Aber ansonsten ist es nett hier. Alles ist sehr flach und grün und ruhig, und unsere Vermieter sind sehr freundlich. Sie haben in ihrer Scheune eine ganze Schwalbenkolonie und deren Gezwitscher erfüllt die Luft.

Auf dem Weg hierher haben wir nochmals in Buckow haltgemacht, wo wir einen Spaziergang durch den Kurpark machten und konnten auch dem leckeren Eis vom Eiskörbchen nicht widerstehen. Außerdem waren wir auch in Niederfinow, wo wir uns das Schiffshebewerk ansahen, das uns bereits von 2 Vermietern sehr empfohlen worden war. Dort werden Schiffe mit einem riesigen Schiffslift 36 m hoch gehoben.

Gestern war hier Herrentag. An diesem Tag fahren merkwürdig kostümierte Männer mit Fahrrädern, Pferdekutschen oder Traktoren mit Anhänger in der Gegend herum und trinken viel Alkohol (siehe Herrentag).

Heute sind wir in Greifswald, um uns die Stadt anzuschauen. Es gefällt uns sehr gut hier, es gibt einen schönen Marktplatz und die meisten Häuser sind sehr schön hergerichtet. Auch ein Internetcafé mit super Öffnungszeiten haben wir schon entdeckt!

In den nächsten Tagen wollen wir uns in der Gegend umsehen und auch die Inseln Rügen und Usedom ein wenig kennenlernen. Wir sind schon sehr gespannt auf die Ostsee!

P.S.: Wer noch nicht bei unserem Rätsel mitgeraten hat, hat noch Gelegenheit, dies zu tun. Die Auflösung erfolgt dann in den nächsten Tagen.

P.P.S.: Es gibt neue Bilder von Berlin und noch ein paar zusätzliche von Thüringen. Viel Spaß damit!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Berlin: Der Dramödie zweiter Teil

Illuminati war recht spannend. Mit uns waren es 4 Leute in dem kleinen Kino. Vor der Vorstellung hatten wir sogar noch genug Zeit, das selbstgemachte Eis vom "Eiskörbchen" in Buckow zu probieren - lecker!

Unser 2. Berlintag startete mit dem Besuch des Checkpoint Charlie Museums. Die Dame am Kartenschalter meinte, man braucht ca. 1 - 2 Stunden, um alles zu sehen. Wir brauchten wie üblich viel länger. Nach über 4 Stunden hatten wir noch immer nicht ganz alles gesehen. Wir können uns nicht vorstellen, wie andere Leute das machen? Danach fuhren wir zur Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche. Diese wurde während des 2. Weltkriegs zerstört und die Ruine als Mahnmal stehengelassen.

Wir spazierten den Kurfürstendamm entlang und fuhren dann mit der U-Bahn zum Gendarmenmarkt. Dieser befindet sich zwischen dem deutschen und dem französischen Dom. Von dort gingen wir zu Fuß zur Museumsinsel und zum Berliner Dom. Leider hatten wir keine Zeit, die Museen der Museumsinsel zu besuchen, für die man (besonders wir) alleine schon mehrere Tage brauchen würde.

Weiter ging es auf Schusters Rappen zum Roten Rathaus und ins Nikolaiviertel mit der Nikolaikirche. Berlin kommt uns ganz nett und entspannt vor. Hier ein kleines Berlinrätsel (Antworten bitte im Blog). Der Gewinner bekommt eine Auszeitpostkarte zugeschickt:

Wodurch kann man relativ einfach fast immer erkennen, ob man sich im ehemaligen Osten oder Westen von Berlin befindet?

P.S.: Besonderer Dank gilt diesmal unserem fleissigsten E-Mail-Schreiber, den wir hier nur "den Gärtner" nennen wollen ;-)