Samstag, 28. Februar 2009
Was wir an Portugal moegen/nicht moegen
Was wir moegen
+ Eduardo und sein Café in Armação de Pera
+ portugiesischen Likoer (Beirão) und Portwein (besonders Ruby/Vintage)
+ Galão (Milchkaffee im Glas, meist unter 1,--)
+ portugiesische Mehlspeisen (sehr suess und sehr lecker)
+ lange Oeffnungszeiten (von 9:00 bis 21:00 und auch am Sonntag)
+ sonniges Wetter (bis auf heute) waehrend unseres gesamten Aufenthalts
+ guenstiges und gut ausgebautes Nahverkehrssystem
+ viele englische Buecher
+ relativ gute Englischkenntnisse vieler Leute
+ gratis Kondome auf Campingplaetzen :-)
Was wir nicht moegen
- viele unfreundliche und/oder inkompetente Touristeninformations-Bedienstete
- Parkplatzprobleme in allen groesseren Staedten (parken im Kreisverkehr oder auf einer Fahrbahn ist normal)
- Ticket-Zieh-System bei Post und Bahn, wo man vorher schon spezifizieren muss, was man will
und das in einer fremden Sprache
- unfreundliche Angestellte im Dienstleistungsbereich (gruessen und bedanken ist nicht selbstverstaendlich)
- Stadtportugiesen, die im dichten Gedraenge auf Rammkurs gehen und sich bei Bodychecks nicht mal entschuldigen
- schlechte Strassen, die teilweise sogar aus Pflastersteinen bestehen (mehr als 30 km/h kann da unser Auto nicht fahren)
Insgesamt hat uns Portugal sehr, sehr gut gefallen, und wir haben vor, wieder zu kommen. Da wir beide ueber dieses Land sehr wenig wussten, konnten wir hier manche Wissensluecke schliessen.
Porto intensiv
- Bahnhof S. Bento mit sehr schoenen Azulejos (bemalte Fliesen) mit Szenen aus der portugiesischen Geschichte
- wunderschoenen Buchladen aus dem Jahre 1906 mit Innenstiege und dann auch noch in Betrieb
- Aussichtspunkt Jardim do Morro (Super Blick auf die Altstadt, Fluss Douro und die Luisbruecke)
- Luisbruecke (erbaut von einem Schueler von Eiffel und so sieht sie auch aus). Oben faehrt die U-Bahn und unten die Autos und auf beiden kann man auch zu Fuss gehen
- Die Strassenbahnlinie 22, die durch die Altstadt faehrt
- Fuehrung durch die Portweinkellerei Graham`s samt Verkostung
- Bei der Verkostung 4 lustige Iren getroffen, die naechste Woche in Salzburg auf eine Hochzeit gehen (von 2 Iren aus Dublin!)
- Markthalle Bolhão (alte, sehr sehenswerte 2stoeckige Markthalle mit allem moeglichen Zeugs und vorwiegend alten Standbesitzern)
- Fahrt mit der Standseilbahn entlang der alten Stadtmauer hinauf (Porto ist steiler als Lissabon!)
- Besuch der Kathedrale Sé
- Bummeln entlang der Avenida dos Aliados samt Besuch des beruehmten (weil alten) Cafés Guarany
- Besuch des Geburtshauses von Heinrich dem Seefahrer (machte in seinem ganzen Leben nur 2 Seefahrten...)
- Jausnen am Pier des Flusses Douro
- Lebensmittel einkaufen in schraegen kleinen Kramerlaeden
- Bei jeder Hin- und Rueckfahrt eine Runde um den riesigen Hafen von Matosinhos (Hafen von Porto)
- Einige Galãos samt portugiesische Mehlspeisen (lecker)
- Viele Kilometer Fussmarsch durch die Altstadt
Heute schauen wir uns noch den Hafen von Matosinhos genauer an und morgen gehts wieder zurueck nach Spanien.
Wir stellen gerade ein riesiges Album ins Netz. Viel Spass damit. Leider ist auf machen Bildern ein Fleck am Objektiv (Sorry).
Zu den Kommentaren:
Ein Vintage Portwein aus unserem Geburtsjahr haette bei Graham`s (und wahrscheinlich auch all den anderen Produzenten) mehr gekostet, als unser ganzer Porto-Aufenthalt.
Der Flammenwerfer-Kerzenhalter in Fatima war wahrscheinlich so konstruiert, dass die schnell geschmolzenen Kerzen im hinteren Teil gleich wieder zu neuen Kerzen verarbeitet wurden. Das nennt man dann Konsumkreislauf.
Unser naechster Aufenthalt ist in Galizien. Dort werden wir 5 Tage lang bleiben und dann fuer ein paar Tage in die Gegend von Madrid fahren. Danach geht es weiter nach Frankreich. Aber fix ist bei uns nix - also lasst euch ueberraschen!
Donnerstag, 26. Februar 2009
Fahrt in den Norden und Porto
Am Dienstag sind wir aus unserem Stahlzelt in Cascais ausgezogen und haben uns auf den Weg in den Norden gemacht. Da der Faschingdienstag in Portugal ein Feiertag ist, war auch nicht viel Verkehr, als wir durch die Vororte von Lissabon fuhren. Nach ca. 3 h sahen wir eine Ausfahrt mit dem Schild "Fatima". Da wir sowieso aufs Klo mussten und man ja auch nicht alle Tage nach Fatima kommt, legten wir einen ausserplanmaessigen Zwischenstopp ein.
Fatima hat einen riesigen Kirchenvorplatz, auf dem 200.000 Leute Platz haben, eine riesige, moderne Betonkirche (sieht im Inneren mehr wie ein Kongresszentrum aus), einen Kerzenvernichter-Flammenwerfer (Kerzen werden gekauft und dann dort gegrillt), eine Anbetungskapelle (wo die erste Erscheinung stattfand) und eine Basilika, wo sich die Graeber der 3 Kinder befinden. Im Umkreis gibt es noch hunderte Devotionalienlaeden und riesige Parkplaetze (derzeit mehrheitlich leer).
Ca. 100 km weiter besuchten wir noch kurz die Universitaetsstadt Coimbra. Hier wurden wir von sehr schraegen Typen auf einen Gratisparkplatz eingewiesen, die dann 2 € von uns haben wollten. Da wir unser Auto gerne unzerkratzt wiederhaben wollten, gaben wir sie ihnen. Weil der Faschingdienstag hier eher ein Ausnuechterungstag ist (Montag Brueckentag), war wenig los. Die Universitaetsgebaeude sind zwar alt, aber grossteils renovierungsbeduerftig und waren eher eine Enttaeuschung, wenn man unsere alten Universitaetsstaedte kennt.
Nach mehr als 6 Stunden Fahrt kamen wir schliesslich auf unserem Campingplatz in Lavra (ca. 15 km noerdlich von Porto) an. Von hier aus erkundeten wir gestern zunaechst die naehere Umgebung (kein richtiges Zentrum, sondern nur Haeuser mit jeder Menge Kopfsteinpflaster *ruettel, schuettel*. Erwaehnenswert sind nur der schoene, menschenleere Strand und die Markthalle, in der frischer Fisch und Obst und Gemuese verkauft werden. Am Abend fuhren wir zu einem Aussichtspunkt ein paar Kilometer suedlich, wo wir entlang dem Meer spazieren gingen. Danach tranken wir Kaffee (meia de leite) in einem Teehaus direkt am Meer mit wunderbaren Panoramafenstern auf Sonnenuntergang und Brandung.
Heute sind wir mit dem Bus 1h20 nach Porto gefahren, obwohl der Fahrer ein ehemaliger Ralleyfahrer zu sein schien. Da jedoch saemtliche Vororte abgeklappert werden und die Portugiesen wirklich ueberall parken, ist das Weiterkommen gar nicht so einfach. So, und jetzt schauen wir uns die Stadt an!
Montag, 23. Februar 2009
Lissabon again
Da die Sicht gestern viel besser war, konnten wir eine wunderbare Aussicht vom Miradouro Santa Luzia auf Lissabon und das gegenueberliegende Ufer des Tejo geniessen. Wir sind mit dem senkrecht fahrenden Elevador Santa Justa gefahren und haben uns die obere Altstadt angeschaut. Dann haben wir die Aussicht von oben genossen und sind mit dem Elevador Glória (strassenbahnaehnlich) wieder hinuntergefahren.
Heute streifen wir noch ein bisschen durch Cascais und rasten uns aus (laut Gregor), und morgen geht es dann weiter in Richtung Porto. Ausserdem stellen wir einen riesigen Bilderband fuer euch ins Internet.
Zu den Kommentaren:
Die Faschingsdeko in Portugal ist aehnlich wie bei uns (Papierschlangen, Konfetti), vielleicht ein bisschen weniger.
Danke fuer eure vielen Kommentare, das motiviert uns wieder zum ausfuehrlichen Blog-Schreiben!
Samstag, 21. Februar 2009
Von fluchenden Tramwayfahrerinnen und Schloessern
Die Aussicht war gestern leider nicht so gut, da es etwas nebelig/dunstig war und man das andere Ufer des Tejo nicht erkennen konnte. Am Nachmittag schauten wir uns das Fado-Museum an. Der Fado ist ein typischer portugiesischer, schwermuetiger Gesang, der von einer portugiesischen (12saitigen) Gitarre begleitet wird.
Sehenswert ist auch der nach dem Erdbeben von 1755 neu angelegte Stadtteil Baixa, wo man wirklich alles kaufen kann (dazu gibts wieder Mal eine Geschichte, die wir nur persoenlich erzaehlen)! Apropos kaufen: Am Abend waren wir noch im groessten Einkaufszentrum der Iberischen Halbinsel, das Centro Comercial Colombo heisst. Dort gibt es ueber 400 Geschaefte und Wachmannschaften, die auf Elektrorollern herumfahren.
Heute sind wir in Sintra. Hier steht das portugiesische Neuschwanstein inmitten eines Naturschutzparks. Hierbei handelt es sich um eine Sommerresidenz des portugiesischen Koenigs, die am Ort eines ehemaligen Klosters erbaut wurde. Die Inneneinrichtung aus dem Jahr 1910 (als der Koenig verjagt wurde) ist unveraendert erhalten geblieben. Leider darf man im Innenbereich aber keine Fotos machen.
Zu den Kommentaren:
Wir wissen ja, dass du die Bravste bist, Anges! :-)
Ja, Gregor ist wieder gesund. Viele liebe Gruesse an Gabi, Fritz, Oma, Tante Claudia, Bernd und Rainer!
Wir hoffen, es wird auch in Sibirien/Poendorf bald wieder waermer.
Gern geschehen. Wir wuenschen dir gute Besserung, Tante Resi!
Liebe/r Anonym: Fasching wird hier genauso wie bei uns gefeiert. Wir haben schon einige verkleidete Kinder und heute sogar ein Baby im Spidermankostuem gesehen :-)
Schraeg und spannend ist der Fasching in Cádiz, wo sie eine Tradition mit singenden, verkleideten Maennergruppen (inzwischen sind auch ein paar Frauen dabei) haben.
Donnerstag, 19. Februar 2009
Extreme Occident
Ausserdem besuchten wir ein ehemaliges Kloster auf einem Huegel ueber Cascais, wo wir eine wunderbare Aussicht ueber die Tejomuendung und die umliegenden Kuesten sowie die Serra de Sintra (Naturpark) hatten. Zum Schluss schauten wir uns noch ein altes Franziskanerkloster an. Dort waren viele Zimmer mit Kork ausgekleidet, um sie zu isolieren. Die Zellen der Moenche waren extrem klein (nur quer Platz sich auszubreiten) und die Eingangstueren waren so klein, dass man sie nur knieend durchschreiten konnte. Insgesamt ein sehr meditativer, ruhiger Platz inmitten eines riesigen Waldes.
Obwohl wir keine Kommentare erhalten (boese, boese), gibt es trotzdem ein Foto-Update.
Mittwoch, 18. Februar 2009
Abschied und Neuanfang
Am Abend schauten wir uns nochmals den Sonnenuntergang von unserem Lieblingsplatz bei der Fischerkapelle an. Anschliessend gingen wir zu "unserer" kleinen Bar, um Internet zu checken. Nachdem wir den Wirt Eduardo auf ein Glas Portwein eingeladen hatten, kamen wir ins Gespraech und es folgten ein paar Cocktails und viele Stunden angeregter Unterhaltung. Wir erzaehlten ihm von Oesterreich und zeigten ihm Fotos aus dem Internet und er erzaehlte uns ueber Portugal. Ab und zu half sein Sohn als Dolmetscher aus. Wir bekamen sogar eine kleine Portion Bohneneintopf mit Tintenfisch (eine lokale Spezialitaet) zum Probieren und weil es Eva schmeckte, bekam sie sogar noch einen grossen Teller als Nachschlag. Als wir um 23:15 wegen der Abreise am naechsten Morgen gehen mussten, wurden wir sehr herzlich verabschiedet und allen fiel der Abschied schwer.
Fuer alle, die in die Algarve kommen, unbedingt das netc@fe von Eduardo Marques in Armação de Pêra besuchen!
Thank you for everything, Eduardo! We enjoyed it very much to be your guests and definitely plan to come back!
Am naechsten Tag machten wir uns muede und ein bisschen traurig auf den Weg nach Norden. Die Fahrt ging vorbei an geschaelten Korkeichen und vielen Stoerchen, die ihre Nester auf Strommasten, Strassenschildern und Kaminen hatten. Auf einer grossen Bruecke (aehnlich Golden Gate Bridge) ueberquerten wir den Tejo und fuhren ueber Lissabon nach Cascais (ca. 30 km westlich von Lissabon). Hier wohnen wir in einem sehr schraegen Mobile Home, das aussieht wie ein 2stoeckiges Zelt aus Holz und Metall. Unten gibt es einen Wohn-/Essraum und eine Kochnische sowie ein Mini-Bad und ueber eine Leiter gelangt man ins Schlafzimmer im 1. Stock.
Von unserem Campingplatz ist es nur ca. 1 km bis zum Strand, allerdings gibt es hier eine sehr rauhe See mit hohen Wellen, sodass an Baden nicht zu denken ist. Heute haben wir Cascais erkundet und uns das Leuchtturmmuseum und eine alte Villa angeschaut. Zu Mittag waren wir erstmals seit unserem Aufbruch aus Oesterreich chinesisch essen. Das Menue ist hier sehr guenstig, aber es schmeckt alles ganz anders als in Oesterreich.
In den naechsten Tagen wollen wir uns Lissabon, Sintra (Koenigsburg) und Cabo Roca (westlichster Punkt von Festland-Europa) anschauen.
Zu den Kommentaren:
Ob wir uns Fatima anschauen werden, wissen wir noch nicht.
Vielen Dank fuer das Unterkunftsangebot! Wir wissen noch nicht genau, wo wir in Oesterreich bleiben werden. Das wollen wir eher kurzfristig entscheiden.
Das mit dem Schnee hoert sich ja echt arg an! Hoffen wir, dass es nicht lange anhaelt.